Column

Madhavi & das Leben // Ich bin raus aus der Nummer

16. Dezember 2019
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Ich habe dieses Jahr beschlossen, in der Weihnachtszeit mal so richtig abzutauchen. Pause. Nichts tun. Soweit ich mich erinnern kann, habe ich Weihnachten und zwischen den Tagen immer geschuftet. Die letzten Jahre habe ich entweder ein Buch zu dieser Zeit geschrieben, Beratungen gegeben oder ein Programm angeboten. Dieses Jahr nicht. Ich bin raus aus der Nummer.

Weihnachten wird bei mir folgendermaßen aussehen: gemütliche Klamotten umschmeißen, meditieren, dösen, Yoga, futtern, lesen, ausgedehnte Spaziergänge machen, um den Weihnachtsbaum tanzen, Spiele spielen und den Lärm von außen abschalten. Ruhe. Nicht reagieren.

Ich werde intensiv in die Rauhnächte eintauchen und mich in meinen Mini-Ashram zurückziehen. Für mich ist Weihnachten und die Zeit zwischen den Tagen eine äußerst spirituelle Zeit.

Ich liebe es auch, an Silvester einfach ein paar Stunden zu meditieren und dann um 22 Uhr ins Bett zu gehen, um frisch und erholt den ersten Tag des Jahres zu verbringen. Funktioniert nur leider mit zwei Kindern nicht so gut, das um 22 Uhr ins Bett gehen, meine ich. Wir springen um 0.00 Uhr nämlich von den Stühlen, da muss jeder dabei sein, so macht man das in der dänischen Tradition.

Was kann verändert werden?

Die Zeit zwischen den Tagen nutze ich, um das Jahr zu reflektieren. Was kann ich ändern? Was muss ich ändern? Wie kann ich mich innerlich ausrichten, um in 2020 das anzupacken, was ich mir vornehme? Wie kann ich alte Muster lösen, um kraftvoller durch das Leben zu ziehen? Dafür brauche ich Stille. Innenkehr. Die nehme ich mir.

Ich habe so viel gearbeitet dieses Jahr, dass mein Mann neulich zu mir meinte:”Jeder normale Mensch hat am Wochenende frei, kannst du wenigstens einen Tag in der Woche nicht arbeiten?” Das sagt er nicht, um mich zu bremsen, sondern weil er sieht, was ich alles so wuppe. Natürlich weiß er auch, dass ich meine Arbeit sehr liebe.

Ich habe mir vorgenommen, mich den ganzen Januar auf nur wenige Sachen zu konzentrieren und eine Winterpause zu machen. Natürlich werde ich im Januar im Hintergrund werkeln, mich meinen ätherischen Ölen, meinem neuen Buch, das ich schreibe, und meinem New Year’s Cleanse widmen. Aber erst nach den Feiertagen.

Gestern hat mein Mann versucht, mir am Nachmittag ein Spiel namens AZUL beizubringen, ein Spiel das wirklich kompliziert erscheint. Ich war äußerst geduldig, was nicht leicht war, denn in meinem Kopf hingen zehntausend Fragezeichen.

Nach zwei Runden hatte ich das Spiel kapiert und etwas gefunden, was ich mit meiner Familie rund um die Uhr während der freien Tage spielen werde. Was für ein Spaß! Es ist so wichtig, zusammenzukommen, nicht nur vor irgendeinem Bildschirm herumzulungern. Die Zeit mit meiner Familie ist sehr kostbar.

Ich bin bereit für ein paar faule Tage, richtig bereit. Am Mittwoch wird es noch einen Podcast geben, danach gehe ich in eine tiefe Winterpause. Wir sehen uns dann frisch und erholt im Februar wieder! Oder wer schon früher wieder Inspiration braucht, macht beim New Year’s Cleanse mit.

Habt tolle Feiertage, treibt es nicht zu bunt, erlaubt euch einfach mal abzuhängen, ganz egal, wie wild alle anderen werkeln.

Eure Madhavi

Madhavi Guemoes
Madhavi Guemoes dachte mit 15, dass sie das Leben vollständig verstanden habe, um 28 Jahre später zu erkennen, dass dies unmöglich ist. Sie arbeitet als freie Autorin und Vollzeit-Bloggerin in Berlin und ist Mutter von zwei Kindern. Wenn sie nicht in die Tasten haut, versucht sie auf dem Kopf zu stehen. Madhavi praktiziert seit mehr als 25 Jahren Yoga - was aber in Wirklichkeit nichts zu bedeuten hat.
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  • Yvonne
    24. Dezember 2019 at 4:59

    Könntest du mal einen Artikel über die Rauhnächte schreiben bzw. wie du sie praktizierst?
    Das würde mich sehr interessieren.
    Ich danke dir außerdem für deine aufmunternde, gradlinigen aber auch ernsten Worte. Ich lese deine Texte sehr sehr gerne.
    Ich wünsche dir gemütliche Weihnachten.
    Liebe Grüße
    Yvonne

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