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Tarotscope für Dezember // Finde Kraft in der Dunkelheit

3. Dezember 2018
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Von Alexandra Kruse

Ong Namo Guru dev Namo – ich konnte mich nur knapp zusammenreißen, mir unser Wahrheitsmantra nicht direkt auf die Stirn zu tätowieren. Das heilige Adi Mantra passt zum Dezember wie ein Eurokleid in meinen Kleiderschrank. „Ich verbinde mich mit der kosmischen Energie und dem erhabenen Weg, der mich vom Dunkel zum Licht führt“  – mehr geht nicht.

Wenn man dem alten Wissen traut, dann ist der Dezember mit ganz großer Sicherheit nicht dafür gemacht, sich mit seinen Arbeitskollegen drittklassigen Glühwein hinter die Binde zu kippen, dem Konsumwahn zu frönen und irgendwelche Weihnachtssonderangebote als Geschenk einpacken zu lassen, nur weil man noch eins braucht. So.

Und wenn ich  – als alte Festtagsfanatikerin und Königin des guten Geschenks bekannt – das sage, will es was heißen. Gerade heute morgen fiel mir ein, wie ich meinem damaligen Herzkumpel eine Prada Tasche schenkte. Einfach so. Eine kleine, ganz schöne, blaue, zufällig mit seinen Initialen darauf, perfekt.

Nur konnte er sie einfach nicht annehmen, nicht gebrauchen. Das gute Stück landete im Schrank und verschwand irgendwann. Ich bin klassisch über das Ziel hinausgeschossen. Die totale Überforderung seinerseits – hätte ich besser MIR eine Tasche gekauft. Oder jemanden einen warmen Mantel. Die Moral von der Geschicht: Traue deinen Wünschen NICHT!

Ich wollte vermutlich einen Freund mit Prada Tasche, hatte die perfekte gefunden und ihm „geschenkt“.  Wenn man also mal darüber nachdenkt wer, wem was so schenkt, wird man ziemlich schnell verstehen, dass es sehr selten wirklich selbstloses Geben gibt.

Die größten Geschenke sind die, die so ganz ohne Schleife daherkommen und ihren wahren Wert erst viele, viele Jahre später zeigen. Vielleicht würde er sich heute freuen, wenn er die Tasche noch hätte. Who knows.

Wiedergeburt des Lichts

Der Monat Dezember ist bestimmt von Halbdunkel und der Zwischenwelt, es ist nicht mehr so nebelig, wenn die Sonne den Mut hat, hinter den Wolken herzukommen. Dann scheint es schon klarer und verkündet die Wiedergeburt des Lichts, nichts anderes symbolisiert das Christkind.

Es ist zugleich der finsterste und hoffnungsvolle Monat im ganzen Jahr – wenn man die Weihnachtsdekoration auf den Straßen und in den Kaufhäusern mit magischen Augen betrachtet, wird man ihn finden den Zauber der Weihnacht. Das ist auch gut so – wir alle brauchen Hoffnung und Wunder.

Die Dunkelheit aushalten

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Die erste Karte für unser Tarotscope ist eine Bachblütenkarte, aus einem Set, das mir neulich auf dem Flohmarkt förmlich in die Hände geflogen ist, zusammen mit einer drehbaren Sternenkarte und einer Handvoll Kristalle zum Schnäppchenpreis. Man muss die Dinge rufen, dann kommen sie.

Der „Ackersenf“ oder Mustard ist für Menschen, die von Zeit zu Zeit ohne erkennbaren Grund von schlechter Laune, Schwermut, Depressionen, oder eben Dunkelheit überfallen werden. Die fröhlichen, kleinen, gelben Blüten bringen vor allem eins zurück, die Lebensfreude. Überraschung: Die Bachblüte heißt auch  – tadaaa – Lichtblüte.

Senf bringt man am besten über Senfsprossen (kann man im Keimglas züchten), scharfe Gedanken und unbeschwerte Momente mit unbeschwerten Menschen ins Leben. Dazu gehört, dass man seinen Dezemberkalender nicht überfüllt und genug Zeit für spontane Lust und Laune Aktivitäten einplant und nicht aus falschem Pflichtgefühl Verabredungen trifft, die man eigentlich gar nicht möchte.

Weihnachten als Lichterfest sehen

Die Einhörner von Diane Cooper bringen den Schlitten voller Geschenke. Wie wir eingangs schon gelernt haben und von der großartigen Wortakrobatin und Künstlerin Jenny Holzer schon 1982 in großen Lettern über den Time Square geschrieben stand, gilt in diesen Tagen besonders. „Protect me from what I want“ ist nichts anderes als eine Aufforderung, sich genau zu überlegen, was man wirklich will und braucht.

Die, die reinen Herzens sind, mögen sich bitte was zum höchsten Wohl aller wünschen. Uhren von Cartier gehören nur bedingt dazu. Besonders im Hinblick auf Jupiter, der im Schützen residiert (bis nächsten September) bitte ganz genau hinschauen, was manifestiert wird und sehr, sehr SEHR sorgfältig sein, nicht, dass es einen wie Goethes Zauberlehrling geht, man die Geister, die man rief nicht mehr los wird – und quasi überexpandiert.

Der Himmel denkt, der Himmel schenkt

Das Feenorakel von Doreen Virtue ist wahrlich ein Kind des Sommers, ich hatte eine wahnsinnig intensive Feeninvasion. Zur Weihnachtszeit sind meine kleinen Freunde aus dem Elfenreich natürlich besonders aktiv. Wie schön ist die Idee, in dieser magischen Zeit ein bisschen zu wichteln, zu zaubern und genau die Menschen, die nicht damit rechnen zu überraschen.

Wie wäre es, der lieben Verkäuferin im Supermarkt, die wirklich immer nett ist, obwohl sie vielleicht wenig Grund dazu hat, ein kleines Geschenk zu machen, oder dem Grumelgriesgram von gegenüber? Die Karte „Vier des Sommers“ spricht von einer Enttäuschung, einer verpassten Chance und der Tatsache, dass wir viel, viel viel, zu oft Dinge in unserem Leben als selbstverständlich ansehen.

Merkt man eben leider oft erst, wenn sie unwiderruflich verloren sind. Andersrum betrachtet: Der Himmel bietet uns so oft magische Geschenke an, doch wir sehen sie nicht, weil wir so wahnsinnig busy sind, und uns zu wenig mit dem Königreich der Elfen verbinden. „Bitte und dir wird gegeben“ – oft soviel, dass man mehr als genügend weitergeben kann.

Volle Drachenkraft voraus

Wenn unsere Konsumtempel nicht schon randvoll mit dickbäuchigen Engeln und omnipräsenten Einhörnern wären, würde sich das eine oder andere Drachenwesen einschleichen, bis es soweit ist, verstecken sich die Drachen in Büchern und warten geduldig, bis man sie ruft und die Legenden, die sich um sie ranken, wahr werden.

Der Grüne Smaragddrache, der uns die „göttliche Ordung“ bringt, entsprang aus dem kraftvollen Drachenorakel „Drachen Weisheit“ von Christiane Arana Fader.

Ein tiefes, dunkles Grün ist die Farbe des Lebens, der Vegetation, der Fruchtbarkeit und des Herzchakras. Einklang mit der göttlichen Ordnung, Jahreszeiten bewusst wahrzunehmen (solange wir sie überhaupt noch haben – wir erinnern uns #globalwarming), und dem ewigen Kreislauf des Lebens zu gedenken. 

Die Ruhe fordert uns dazu auf, eine Etage tiefer zu sinken, bei Mama auf dem Sofa zu liegen, alte Bücher anzuschauen und uns zu erinnern. An die Zeit, in der wir noch an Drachen geglaubt haben.

Der Dezembervollmond am 22.12 ( im cozy-emotional Sternzeichen Krebs) ist ein Mond voller Frieden, Hoffnung, schweigsam und geheimnisvoll leuchtet er über uns – so als wüsste er, was kommt.

Ohne Licht kein Schatten und umgekehrt

Am 21. Dezember ist Wintersonnenwende, die längste Nacht des Jahres bringt Erlösung und die Sonne wechselt in den Steinbock. In der Zeit des Steinbocks gilt es, sich auf das Wesentliche zu besinnen, sich zu disziplinieren und alle Kräfte auf das Ziel auszurichten – worin dieses Ziel allerdings besteht, sollten wir in der vorangehenden Phase des Schützen herausgefunden haben.

Dazu passt die Herbstkarte aus dem „Magie der Erde“ Set von Steven D. Farmer. Es geht um den Ausgleich, das nicht Notwendige final loszulassen, und keinen alten Ballast in das neue Jahr mitzunehmen.

Die Schleier zu anderen Welten sind dünner, unsere Träume werden intensiver, Meditationen gehen tiefer und natürlich ist diese Zeit besser als jede andere geeignet für Innenschau, Orakel und Heilarbeit – die Pfade in die Anderswelt sind quasi beleuchtet.

Der Lebensbaum versichert uns, dass zwar ein Teil der Welt, wie wir sie kennen sterben wird, nicht aber die ganze Welt. Deswegen schleppen wir bewusst oder unbewusst sogenanntes Immergrün, jede Menge Tannenzweige und sogar ganze Bäume in unsere Hütten – ein Symbol der Beständigkeit und der Lebenskraft.

Umringt von reiner Liebe

SEND LOVE – eine schönere, letzte Karte (aus dem „Indigo Oracle“ von Doreen Virtue) kann es kaum geben. Selbsterklärend. Liebe ist die höchste Kraft und Vibration, die unser Planet zu bieten hat. Mehr davon. Für Alle!!

Also, Karten schreiben, Liebe schenken und Licht. Auch wenn Kerzen schon sehr lange nicht mehr unsere einzige Lichtquelle sind, so bringen sie doch Licht, Liebe und Wärme. Und gemeinsame Zeit.

Das schönste Dezemberhobby von mir und meinem Sohn Kosmo ist: Kerzen ziehen. Eine recht schweizerische Angelegenheit, die viel Freude bringt – der Duft des geschmolzenen Bienenwachs und die Geduld, die man aufbringen muss, bis man eine kurze von repräsentativer Größe hat. Ein Traum.

Der Schützeneumond am 07.12. beschreibt den Zeitpunkt, wo Sonne und Mond – also das männliche und weibliche Prinzip, sich am Himmel vereinigen und damit eine Energie der Neuentstehung, der Initiation und des Neubeginns eröffnen, auch wenn wir den Mond nicht sehen können, ist er da. So schließen sich die Kreise.

Es geht darum Kraft in der Dunkelheit zu finden, scharf zu essen, Weihnachten als Lichterfest wiederzuentdecken, seine Freunde im Elfen- und Drachenreich nicht zu vergessen, und sich und andere im gleichen Maß zu beschenken – mit Aufmerksamkeit und dem schönsten aller Geschenke: bedingungsloser Liebe.

Om Lokah Samastah Sukhino Bhavantu

Eure Alexandra

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Alexandra Kruse ist Stylistin und hat irgendwann gemerkt hat, das sei eigentlich mehr mit Energie als mit Kleidern arbeitet und Worte Magie haben. Sie hatte schon als Kind den Kopf in den Wolken, heute spricht sie mit den Sternen, schreibt und arbeitet regelmässig für Hochglanzmagazine wie Vogue, L^officiel und Harper's Bazaar.

Sie lebt alleine mit ihrem sechs Jahre alten Sohn Kosmos in Zürich und lässt sogar Kartoffeln anbrennen. Persönliche Readings macht sie auf höfliche Anfrage.

Madhavi hat sie 2018 bei Guru Jagat auf Mallorca kennengelernt und wusste gleich, es ist Liebe.
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