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Natural High #49 // Warum ich mich von Yogi Bhajan distanziere

5. März 2020
yogi-bhajan-kundalini-yoga-skandal

Ihr Lieben, eigentlich wollte ich heute in der Podcast-Folge ein ganz anderes Thema bearbeiten. Worüber ich heute spreche, ist sehr heikel. Und auch nicht leicht für mich. Mich haben in den letzten Wochen unzählige Emails von euch erreicht, ich wurde auf meinen Workshops angesprochen und nach meiner Meinung zu dem ganzen Yogi Bhajan Drama gefragt.

Und immer saß ich da und konnte nichts wirklich Gescheites antworten, da ich irgendwie gelähmt war. Ich bin jemand, der nie immer gleich alles glaubt, nicht auf jeden Zug aufspringt, alles von mehreren Seiten beleuchtet. Das habe ich die letzten Wochen getan.

Anfang des Jahres wurde das Buch “Premka – White Bird in a golden Cage” veröffentlicht. Ich habe es nur bis Seite 57 gelesen und dann weggelegt, kann also nicht so viel dazu sagen. In dem Buch wird Yogi Bhajan, der Kundalini Yoga in den Westen gebracht hat, Missbrauch und so viel mehr vorgeworfen. Das Buch erzählt die Geschichte einer engen Schülerin von Yogi Bhajan und ihr Leben mit ihm in dieser Zeit. Dem Buch habe ich ehrlich gesagt nicht viel Aufmerksamkeit gewidmet, doch dem was alles dadurch ins Rollen gebracht wurde schon.

Time is up!

Viele Frauen und auch Männer trauen sich, durch die Veröffentlichung des Buches “Premka – White Bird in a golden Cage” endlich über  ihre Geschichte von Missbrauch durch Yogi Bhajan zu sprechen. Sie hören sich fast alle gleich furchtbar an.

Ich habe mir alles angesehen, das war hart, dennoch finde ich es extrem wichtig, informiert zu sein. Auch finde ich es wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren, gescheit zu reagieren und nicht alles zu glauben, was im Internet steht. Dennoch bin ich erschüttert und auch traurig.

Die Zeiten sind vorbei, in denen sexueller Missbrauch unter den Teppich gekehrt werden darf! Gerade in der spirituellen Szene, wo wir uns öffnen und vertrauen. Es muss Schluss damit sein! Doch Yogi Bhajan ist nicht der einzige Lehrer. Momentan kommt sehr viel ans Licht. Ich empfinde das als schmerzhaft und positiv zugleich. Swami Vishnu-Devananda, der Sivananda Yoga in den Westen gebracht hat, wird auch gerade des sexuellen Missbrauchs bezichtigt, wie so andere Lehrer aus anderen Traditionen auch.

Manche sagen, das waren andere Zeiten, doch das ist Unsinn! Heute geschieht es wie damals. Es ist immer da. Machtmissbrauch. Sexueller Missbrauch.

Trotzdem gibt so wundervolle Kundalini Yogalehrer*innen auf dieser Welt, die mein Leben unglaublich bereichern und mit denen ich natürlich weiter praktizieren werde.

In meiner neuen Podcast-Folge erzähle ich, was ich in Zukunft machen werde, warum wir niemanden auf ein Podest stellen sollten und warum wir nicht aufhören sollten, Yoga zu praktizieren.

Eure Madhavi


Die Episode findet ihr hier:

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Madhavi Guemoes
Madhavi Guemoes dachte mit 15, dass sie das Leben vollständig verstanden habe, um 28 Jahre später zu erkennen, dass dies unmöglich ist. Sie arbeitet als freie Autorin und Vollzeit-Bloggerin in Berlin und ist Mutter von zwei Kindern. Wenn sie nicht in die Tasten haut, versucht sie auf dem Kopf zu stehen. Madhavi praktiziert seit mehr als 25 Jahren Yoga - was aber in Wirklichkeit nichts zu bedeuten hat.
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  • Sandy
    7. März 2020 at 23:19

    Ist echt traurig, dass so etwas gerade im sprituellen Bereich passiert ist 🙁

  • Marcela Vigo Espadas Ryffel
    9. März 2020 at 11:10

    Ja, die Zeit ist reif und eigentlich verwundert es doch nicht. Das gibt es überall und ich finde es gut, dass solche Geschichten gebracht werden. Machtmissbrauch gibt es überall. Warum nicht auch in der Yoga Szene. Die Gurus aus Indien waren doch sehr überfordert mit dem was sie im Westen begegnet sind. Die Gurus vom Westen sind es ja auch…
    Traurig aber das ist das Leben und die nächsten Jahrzehnten können ein Paradigmenwechsel werden… aber wir sind noch nicht so weit 🙂

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